Am 24.2.2011 besuchten wir den Stuttgarter Schlossgarten um zu sehen welche Kreise die wahnwitzige Umsetzung von Stuttgart 21 schon gezogen hat.

Die Parkschützer ließen es sich auch bei bitterer Kälte nicht nehmen vor Ort zu sein, Aktivisten von Robin Wood haben ihre Lager in den Bäumen errichtet und kämpfen mit dem Mut der Verzweiflung dagegen an, dass die uralten Veteranen gefällt werden.

Teddys werden um die Stämme gewickelt um die Kettensägen abzuhalten, Kinder schreiben herzzerreißende Briefe.

Es war ein bedrückender Spaziergang. Ich habe die Menschen bewundert, die sich so für die Erhaltung des Baumbestandes einsetzen und selbst Kälte und Unannehmlichkeiten dafür in Kauf nehmen. Vermutlich wird die Unvernunft siegen und es wird erneut gegen die Demonstranten mit Polizeigewalt vorgegangen. Alles im Namen des Volkes. Nur mit dem Wermutstropfen dass die Bürger der Stadt Stuttgart das Bauvorhaben der Bahn gar nicht wollen und seit Monaten gegen den Abriss des Bahnhofs und die Fällung der Bäume demonstrieren.

Leben wir denn überhaupt noch in einer Demokratie? Haben wir noch ein Recht auf freie Meinungsäußerung? Die Bilder vom September 2010 im Schlossgarten sprechen eine andere Sprache. Da wurde von der Polizei mit Knüppeln, Wasserwerfern und Pfefferspray auf die Demonstranten, darunter auch viele Frauen und Kinder, losgegangen.

 

Man spricht davon, dass die Bäume versetzt werden sollen. Dies soll bis Ende Februar gesehen. Ist das überhaupt möglich? Haben so alte Bäume überhaupt eine Chance wieder anzuwachsen? Meiner Meinung nach dient dieses Versprechen in erster Linie dazu, die Kritiker ruhig zu stellen. Und wenn es nicht klappt, was solls. Der Baum ist aus den Weg und die Machthabenden haben ihren Willen durchgesetzt.

Nun wird zur Unterschriftensammlung gegen die Aktivisten aufgerufen. Der Anblick der Zelte stört manche Menschen die zwar gerne im Park spazieren gehen aber nichts dafür tun möchten dass dieser auch erhalten bleibt.

Welcher Anblick ist wohl schlimmer?

Die Zelte oder das Baumlose kahle Gelände das zurück bleibt wenn die Bahn ihr Bauvorhaben weiter durchsetzt?

Am 19.4. bin ich wieder in Stuttgart und bin schon gespannt, was mich dann erwartet.

Die Hoffnung stirbt zuletzt...

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So sah es hier im April 2010 aus. Ich habe in den siebzigern in Stuttgart gearbeitet und viel Zeit im Schlossgarten verbracht.

Es war immer ein Ruhepol für mich und eine gute Gelegenheit um neue Energie zu tanken.

Es sollen insgesamt 283 alte Bäume gefällt werden.