Die Annalinde

 bei Kirchhausen Kreis Heilbronn

 

Die Annalinde ist eine mächtige, etwa 400 Jahre alte Linde auf einer Anhöhe zwischen Kirchhausen, Frankenbach und Leingarten. Dieses Naturdenkmal beeindruckt durch seinen mächtigen Stamm und seine ausladende Krone. An dieser Stelle soll einst eine der "Heilige Anna" geweihte Kapelle gestanden haben, über deren Untergang die Sage zu berichten weiß:  

 

 

Die in Großgartach ansässigen Pächter, der zur Kapelle gehörenden Äcker waren verpflichtet, jährlich zum Fest der Kirchenheiligen 6 Wachskerzen "von der Dicke und Höhe eines wehrbaren rüstigen Mannes" in die Kapelle zu liefern. Dieser Last wollten sie sich nach der Reformation entziehen. Sie höhlten die Kerzen aus und füllten sie mit Schwarzpulver. Und als sie während des Festgottesdienstes am Namenstag der Hl. Anna (26. Juli) angezündet wurden, kam es zu einer gewaltigen Explosion. Der Priester und viele Gläubige fanden unter den Trümmern des zusammenstürzenden Gotteshauses den Tod. Zur Erinnerung an diese Untat wurde später dort, wo die Kapelle gestanden hatte, ein Gedenkstein errichtet, das "Annakreuz", das bald von einer Linde überwachsen wurde. Es ist 1975 etwas nach der Seite versetzt worden. Gedenkstein und Baum führen also nach dieser - urkundlich freilich nicht bezeugten - Kapelle ihren Namen.  

Quelle: Wikipedia

Bildstock bei der Annalinde

Am 25.10.2010 machte ich mich auf, das 1941 eingetragene Naturdenkmal Annalinde kennen zu lernen. Mit einem Alter von ca. 400 Jahren und einem Stammumfang von ca. 6,90 m ist sie der imposanteste Baum den ich kenne.

Eine genaue Wegbeschreibung hatte ich nicht, nur die wagen Angaben dass sie zwischen Frankenbach und Kirchhausen auf einem Feld stehen soll. Also fuhr ich die Feldwege ab, immer auf der Suche nach diesem Veteran. Dann, auf einmal, stand sie vor mir. Der mächtigste und schönste Baum den ich bis jetzt gesehen habe.

Kraft und Würde strahlt sie aus und eine Ruhe, die nicht zu beschreiben ist. Ehrfürchtig ging ich an den Gittern der Umzäunung entlang und fotografierte sie von allen Seiten. Gerne wäre ich ihr näher gekommen, hätte ihren markanten Stamm berührt. Aber ich verstehe daß bei einem so alten Baum die Gefahr des Astbruchs besteht und  die Besucher geschützt werden müssen. Und auch der alte Baum braucht Schutz, gibt es doch leider immer wieder Menschen die keinen Respekt vor der Natur haben und alles, was sie sehen zerstören.

Ich blieb noch eine ganze Weile und versank in meinen Gedanken. Es schien, als ob die Zeit hier still steht. Wenn dieser Baum sprechen könnte, was würde er uns wohl erzählen? Jahrhunderte sah er kommen und gehen, hat Kriege und die Unvernunft der Menschen überlebt und zeigt uns dass wir in unserer lauten Zeit inne halten und wieder den Weg zu uns selbst finden müssen.

Dieser Gigant lehrt uns wie klein und vergänglich wir doch sind und dass wir nur weiter kommen wenn wir mit der Natur und nicht dagegen in Symbiose leben.

Seitenansicht

Wenn wir das beachten haben wir gute Chancen daß sich auch unsere Kinder und Kindeskinder an solchen Schätzen der Natur erfreuen können.

Als ich ging hatte ich das Gefühl ich verlasse einen guten Freund.

Ich war bestimmt nicht zum letzten Mal da.

von hinten

Die Ausleger müssen gestützt werden

Stamm seitlich Detail